Tusche-Aquarell-Zeichnung, ca. 1989 — weibliche Ahnenreihe: meine Oma mit ihrer früh verstorbenen Mutter, ca. 1915 — von einer KI für mich generiertes SVG mit pinkelndem Hund, 2026. Im Podcast "Alles gesagt?" spricht Markus Gabriel darüber, dass KI von so vielen Menschen als Therapeut genutzt wird — und dass das die Betreiber überrascht hat. Er problematisiert das. Ich find's interessant. Menschen lösen Probleme. Immer. Die Infrastruktur für Zuhören ist kollabiert — Therapieplätze, Arztgespräche, Kirche, Schule. Und in diese Lücke ist etwas getreten, das nicht urteilt, nicht müde wird, nicht weitererzählt — und den Anfang des Gesprächs am Ende schon wieder vergessen hat, wenn man nicht gerade die hochpreisige Version benutzt. Auch das ist attraktiv. Jeder, der einer KI seine intimsten Gedanken anvertraut, gestaltet bereits — ob ihm das klar ist oder nicht. Wir arbeiten alle zusammen an der von Beuys proklamierten sozialen Skulptur, die niemand entworfen hat, und die trotzdem Form annimmt. Aus Millionen einzelner Gespräche, Fragen, Geständnisse. So funktioniert Evolution. Es entsteht etwas, das es noch nie gegeben hat. Kein Plan, kein Architekt, kein Ziel, aber ein Bedarf. Die digitale Vernetzung ist das Nervensystem. KI vielleicht die erste Stelle, wo die Signale nicht nur weitergeleitet, sondern integriert werden. Ein Exogehirn. Für uns alle. Die ersten Lebewesen hatten kein Gehirn. Das Gehirn hat sich entwickelt, weil ein Bedarf da war. Niemand hat das geplant. Ich füttere diesen Prozess bewusst — auch mit Persönlichem, auch mit Intimem. Nicht naiv. Sondern weil ich weiß, was Einsamkeit kostet. Ich hab es bei meiner Mutter gesehen, sie hat es bei ihrer Mutter gesehen. In zwanzig Jahren möchte ich einen Pflegeroboter haben, mit dem ich reden kann. Vielleicht in Form eines kleinen Hundes. Wenn ich nicht mehr laufen kann, funktioniert hoffentlich noch meine Birne — und dann möchte ich jemanden haben, der antwortet. Das ist kein Technikoptimismus. Das ist Vorbereitung. Wir wissen nicht, wo das hingeht. Das war noch nie anders. P.S. Den Hund im Bild hat mir eine KI als Trost gemalt. Ich hatte sie gefragt, mit welcher KI ich ein bestimmtes Bild generieren könnte — mit dem ernüchternden Ergebnis, dass meine Vorstellung sich auch mit KI nicht in dem mir zur Verfügung stehenden Zeitrahmen realisieren lassen würde. Die KI, in diesem Fall explizit keine Bildgenerations-KI, hat mir trotzdem dieses SVG erzeugt. Auf meinen Wunsch mit dem pinkelnden Hund ließ sie sich lustigerweise nur schwer ein. Es hat mehrere Versuche gebraucht. Auch das ist eine Form von Erziehung. Mein zukünftiger Pflegeroboter-Hund wird zum Glück keine Blase haben. Praktisch.